Mai 12, 2008

Nowe Warpno: Pfingstsonntägliche Begegnung zwischen Deutschen und Polen

Pfingstsonntag, am Haff. Sonne, Sonne und überall gute Laune. Richtiges Kaiserwetter, ein Wetter wie geschaffen, um sich auf die Suche nach Altbekanntem und Neuem zu machen. Zum ersten Male hatten die deutschen, ehemaligen Bewohner Neuwarps ihren Besuch in der alten Heimat, dem polnischen Nowe Warpno auf den Sonntag gelegt. Der Wunsch dazu war von den heutigen polnischen Bewohnern gekommen, ist doch der Pfingstmontag in Polen ein ganz normaler Arbeitstag und lässt ihnen wenig Zeit für die zahlreich erscheinenden deutschen Gäste.

Und während irgendwo im fernen Bayern Sudetendeutsche und bayrische Ministerpräsidenten auf ihrem Heimattag das Trennende betonten, ging es am Haff ganz anders zu. Bürgermeister Władysław Kiraga aus Nowe Warpno hatte zum Mittagessen eingeladen, das schon traditionsgemäß in Podgrodzie zelebriert wurde. Anschließend gab es einen kleinen Spaziergag ans Haff, wobei nicht wenige der alten Neuwarper ihre alte Tanzgaststätte in Altstadt besuchten, von der heute leider kein Bier und keine Tanzmusik mehr zu erwarten sind. Eine eigens von den fernen Niagarafällen angereiste Teilnehmerin sprach allen aus dem Herzen, als sie sagte, „Ich bin glücklich meinem kanadischen Mann das zeigen zu dürfen. Ich bin hier groß geworden, habe hier mit meinem Bruder gespielt. Und heute habe ich hier, auch beim Essen soviel Wärme erfahren, alle waren freundlich und zuvorkommend“.

Zurück ging es von Altstadt mit dem Bus in die Stadt. Hier in der Kirche zu Nowewarpno trafen Neuwarper und Nowewarpner zusammen. Leider war es nicht gelungen die gute Tradition des Grenzfestes aufzugreifen und einen ökumenischen Gottesdienst gemeinsam vorzubereiten, weshalb der Luckower Pfarrer Wulf Gaster die evangelische Liturgie rein deutsch und alleine hielt. Für die polnischen und katholischen Teilnehmer eine schwere Prüfung ihrer Toleranz. So unterbreitete Gemeindepfarrer Krzysztof Tracz für die Zukunft den Vorschlag, im Vorfeld eine zweisprachige und ökumenische Liturgie zu erarbeiten, um auch in geistlicher Hinsicht beiden Teilnehmergruppen gerecht zu werden. Er betonte aber auch, dass selbst ohne eine solche, sicherlich aufwendige Vorbereitung, die evangelischen Neuwarper immer einen Platz in der Kirche finden werden.

Wie in den vergangenen Jahren so wurden auch auf diesem 5. gemeinsamen Pfingsttreffen Bilanz über gemeinsam Erreichtes gezogen und Pläne für die Zukunft geschmiedet. Andrzej Kotula, der seit Jahren in der kleinen Stadt am Haff lebt und gemeinsam mit Ruth Henning die beiden Warps an einen Tisch gebracht hatte, erinnerte an die Bilderausstellung „Neuwarp gestern“, zu deren Entstehung alte wie heutige Bürger ihre privaten Erinnerungsphotos beisteuerten. Damit erhielt die Stadt ihre Geschichte zurück und viele Geschichten und Gesichter wurden wieder lebendig. Auch die im vergangenen Jahr erstmals veröffentlichte, zweisprachige Chronik des Ortes war ein solcher Meilenstein in der Suche nach der Heimat vor und nach 1945.

Doch Erinnerung kann auch Brücken in die Zukunft bauen, wie Andrzej Kotula betonte. Die Stadt, die Stadtwerke, die Forst und nicht zuletzt die Schüler und Lehrer der Schule in Nowewarpno haben in diesem Jahr begonnen, die alten, in den kommunistischen 70er Jahren zerstörten deutschen Friedhöfe wieder her zu richten. Auf den ersten beiden, in Nowewarpno und Karczno (Albrechtsdorf) wurden bereits vier Meter hohe Holzkreuze errichtet. Die Friedhöfe in Warnoleka (Wahrlang) und soweit das möglich sein wird, auch in Brzozki (Althagen) werden folgen. „Wer ein Kreuz sieht, der weiß, dass dies ein besonderer, ein Ort der Erinnerung sein muss. Aber noch fehlt die Information, noch fehlen die Namen derer, die hier ihre letzte Ruhe fanden. Die Namen eurer Vorfahren, eurer Familienangehörigen. Deshalb möchten wir euch bitten, entscheidet ihr wie, in welcher Form wir gemeinsam eurer Familien und eurer Toten gedenken wollen.“ So lautete die Botschaft aus der Erinnerung in die Zukunft. Damit Schüler und Lehrer des polnischen Nowe Warpnos einmal stolz werden sagen können, wir haben mitgeholfen, den Toten ihre Ruhe wieder zu geben, damit wir in Frieden leben können.

Viel Arbeit kommt da auf die alten und neuen Warper in den nächsten Monaten zu. Arbeit und Erinnerung, um den verwilderten Orten wieder ihren sakralen Geist zurückzugeben. Und schon auf dem Weg zurück zum Schiff, dass die Heimatfreunde Stadt Neuwarp wieder nach Deutschland brachte, hörte man sie diskutieren. „die alte Frau Döring die muss so um 43 gestorben sein und die Familie meiner Urgrossmutter, auch die müssen doch hier beerdigt sein…“

Bürgermeister Kiraga verabschiedete die deutschen Gäste mit den Worten, im nächsten Jahr, am Pfingstsonntag mit Kindern und Enkelkindern wieder zu kommen, denn am gemeinsamen Tisch in Nowewarpno finden sie alle Platz.

Januar 11, 2008

Grenzwege – Wege die keiner mehr ging

Seit dem 21.12.2007 ist es Tatsache, zu Fuss, per Rad und manchen Orts auch mit dem Motorrad und mit dem Auto können wir diese Grenze überall überschreiten. Es soll ja Leute geben, die daraus schon fast einen Sport machen, so wie in Nowe Warpno, wo am 21. Dezember der Stacheldraht von der Brücke nach Rieth geräumt wurde. Was aber ist mit all den anderen Wegen, denen, die keiner kennt? Sie sind in Vergessenheit geraten in den 60 Jahren, die sie zerschnitten waren. Und doch lassen sich viele dieser Wege, die einstmals Dörfer und Orte miteinander verbanden, auch heute noch erkennen. Es scheint also an der Zeit, diese Wege wieder zu beleben, sie nutzbar zu machen und damit auch die Dörfer links und rechts der Grenze wieder ein Stück zusammenzubringen.

Die bekanntesten sind natürlich die Wege von Bobolin nach Schwennenz und von Buk nach Blankensee. Hier durften wir auch in den vergangenen Jahren als Radler oder Fussgänger hinüber, aber unsere Gäste aus anderen Gegenden Polens nicht. Hier scheint es ganz einfach die Wälle und Gräben zuzuschütten, wie es bei Blankensee bereits geschehen ist. Und vielleicht ist es auch angebracht, gerade diese Strecken jetzt für den Autoverkehr zu öffnen. Zumal für die Buker und Dobraer der Blankenseer Untersee die nächste Badestelle ist, viel näher als z.B. Glebokie.

Auch in Stolec, dem Eingang zum Naturschutzgebiet Swidwie, sollte man darüber nachdenken den alten Bahndamm, der einst den Ort mit Glashütte verband, wieder zum Wanderweg werden zu lassen, auch wenn auf der deutschen Seite der Wald in den vergangenen Jahren in private Hände gefallen ist.

Oder  der kleine Waldweg, der fast gegenüber dem Parkplatz an der Strecke Stolec – Lubieszyn Richtung Grenze abbiegt. Er hat auf der deutschen Seite seine Fortsetzung, die über Hohenfelde bis ins deutsche Bismark führt. Oder hinter den Häusern von Buk, dort führt ein kleiner Weg an die Grenze und auf der deutschen Seite geht er als Feldweg weiter bis nach Plöwen, einem weiteren Badesee mit einem von der Euroregion geförderten Jugendbegegnungszentrum.

Und es gäbe noch viele weitere Wege aufzuzählen, die einstmals existierten. Von Doluje nach Grenzdorf, von Koscino nach Grambow, von Warnik nach Ladenthin, oder von Barnislaw nach Pomellen, von Kamieniec nach Mescherin ins Untere Odertal und nicht zuletzt von Nowe Warpno nach Rieth.

Überall da, wo es Wege gibt, die einst von der Grenze zerschnitten wurden, macht es Sinn, diese wieder herzustellen. Schliesslich ist das auch eine Verpflichtung des Schengener Abkommens. Umso unverständlicher scheint es, dass im Eifer des Abbaus der Grenzanlagen auch die kleine Betonbrücke bei Mysliborz mit abgebaut wurde. Führte sie doch über den Grenzgraben und als Waldweg weiter nach Hintersee und Rieth, eine Strecke, wie geschaffen für einen wunderschönen Fahrradausflug.

Januar 9, 2008

Gefeiert wurde trotzdem

Während am 20. und 21. Dezember 2007 im Süden bei Zittau, Küstrin oder Frankfurt an der Oder sich die politische Prominenz Europas Schlagbäume in die Hände reichte, Kinder tausende Ballons starteten und überall der Einzug der Schengener Reisefreiheit gefeiert wurde, zog im pommerschen Wald eine gelbschwarze Postkutsche vorbei an einem Schild “Durchfahrt verboten – Radfahrer frei” hinüber in den pommerschen Wald polnischer Natur. Selbst in den Agenturmeldungen hinterliess diese Postkutsche ihre Spuren. Wobei man fernab des Geschehens nicht zu bemerken schien, wie symbolisch diese Kutsche für die deutsch-polnischen Beziehungen zu sein scheint. Aber immer schön der Reihe nach.

Auch im Wald bei Hintersee, dort wo die alte Stettiner Landstrasse über die Grenze nach Polen führt versammelten sich am Freitag einige Hundert Menschen. Sie waren aus den Haff-Gemeinden und aus der benachbarten Gemeinde Police gekommen, um gemeinsam die Grenzöffnung zu feiern. Dabei hatte es im Vorfeld viel Unverständnis, ja sogar Unmut gegeben, als vor einer Woche feststand, dass hier einstweilig nur Fahrräder über die Grenze fahren dürfen. Beamte des Woiwodschaftsamtes in Stettin und des Bauministeriums in Schwerin hatten sich auf diesen Kompromiss geeinigt, der wegen einer nicht durchgeführten, gesetzlich aber notwendigen Umweltverträglichkeitsprüfung in Polen zustande gekommen war. So blieb dem Schweriner Verkehrsminister Dr. Ebnet am Tage vor der Grenzöffnung nichts anderes, als eine auf Landesstrassenbreite ausgebaute Sackgasse dem Verkehr zu übergeben.

Ist es der ruhelose Geist des Stettiner Herzog Barnim II., der unweit dieser Stelle im Jahre 1295 durch den Vogelsanger Ritter Vidante von Muckervitz erschlagen worden war, oder warum hat diese Ecke im Wald kein Glück?

Seit 1992 dauern die Bemühungen, diese Chaussee, die vor 1945 die Ueckermünder, Eggesiner, Torgelower und Ahlbecker mit Stettin verband, wieder zu öffnen. Damals vereinbarten die Regierungen in Bonn und Warschau sogar die Öffnung der Grenze. Im Anhang 2 des deutsch-polnischen Abkommen über Grenzübergänge und Arten des
grenzüberschreitenden Verkehrs vom 6. November 1992 vereinbarten beide Seiten explizit den Bau und die Öffnung einer internationalen, auch für die LKW Abfertigung ausgelegten Grenzkontrollstelle in Hintersee.

Damit erwachsen der Region neue Möglichkeiten eines wirtschaftlichen Aufschwungs hörte man damals. Die Idee eines “Industrieparks für Recycling und Umweltwirtschaft” in der Stadt Torgelow entstand und in dafür vorgelegten Plänen spielte gerade der geplante Grenzübergang Hintersee eine wesentliche Rolle. Er garantierte den schnellen und direkten Zugang zu den Hochseehäfen an der Oder und damit die Möglichkeit Müll aus ganz Europa nach Torgelow zu bringen. Der Landkreis Uecker Randow und auch die Stadt Police, in der der einzige nicht zu den Stettiner Hafenbetrieben zählende Hochseehafen liegt, unterstützten die Pläne der Torgelower Stadtväter. In ihrem Suchen nach Bündnispartnern waren Mitglieder der Torgelower Bürgerinitiative gegen eine Müllverbrennungsanlage bis nach Stettin gekommen, wo sie auf Naturfreunde trafen. Diese waren blank entsetzt. Nicht nur, dass hier geplant wurde Hunderte von LKW durch eines der grössten noch intakten Waldgebiete der Region zu schicken, so verläuft diese Strasse auch noch in nur wenigen Kilometern Entfernung vom international als Zugvogelrastplatz anerkannten und geschützten Naturschutzgebiet Swidwie in Polen und dem deutschen Naturschutzgebiet Gottesheide. Ganz zu schweigen von der damals akuten Gefahr der Grenzstaus, der damals an jedem Grenzübergang entstehenden Tankstellen und Budenstädte, die für viele Bewohner der Region bis heute noch beliebtes Ziel ihrer Polenreisen sind. Ebenso erklärte sich der damalige Stadtpräsident von Stettin zum Gegner dieser Anlage, weil er das hohe Mehraufkommen an LKW, das zwangsläufig durch Stettin fahren müsste, für nicht zumutbar hielt. Letztendlich verhalf diese Koalition aus polnischen Naturfreunden, der polnischen Grossstadt und der Bürgerinitiative den Torgelower Bürgern durch einen Volksentscheid den Bau der Müllverbrennungsanlage zu verhindern. Den eigentlichen Sieg aber trug das deutsch-polnische Verständnis davon, denn zum ersten Male war es Bürgern in der Grenzregion gelungen über Sprach- und historische Ressentiments hinweg, gemeinsame Interessen gemeinsam durchzusetzen. Zum ersten Male aber hatten auch die Kommunalpolitiker beider Seiten entdeckt, dass sie gemeinsame Interessen haben. Hier liegen die Wurzeln der bis heute guten und engen Zusammenarbeit zwischen der Stadt und dem Landkreis Police und den jeweiligen Partnern in Deutschland, die sich gemeinsam und unterstützt aus Schwerin, für die Öffnung der Grenzen einsetzten.

In einer Unterrichtung der Landesregierung aus dem Juli 1995 hiess es zu Hintersee:
“Dieser Grenzübergang ist nach dem Regierungsabkommen für den Personen- und Warenverkehr vorgesehen. In einer ersten Phase sollte der Grenzübergang für den Personenverkehr im II. Quartal 1995 eröffnet werden. Wegen Widerstandes der polnischen Bevölkerung gegen diesen Grenzübergang aus Gründen des Naturschutzes hat der Wojewode von Stettin eine Umweltstudie in Auftrag gegeben, die nunmehr vorliegt. Danach wird eine Grenzöffnung abgelehnt. Die Wojewodschaft Stettin hat der Landesregierung mündlich mitgeteilt, dass sie den Grenzübergang entgegen der Umweltstudie für Fahrradfahrer und Busse öffnen wird. Ein Zeitpunkt für diese Grenzöffnung ist noch nicht abschließend vereinbart worden.”

Der polnischen Regierung fehlte einfach überall das Geld für den Ausbau der bereits vorhandenen Grenzübergänge, zu dem sie sich gegenüber Bonn verpflichtet hatte, wie zum Beispiel in Linken, wo zur damaligen Zeit 4 – 5000 LKW monatlich die Grenze passierten und kilometerlang die Landstrasse beiderseits der Grenze blockierten.

Zehn Jahre später, im Sommer 2005 liest man in der Presse, Hans-Theo Prante vom Bundesinnenministerium dämpfe die Erwartungen und kritisiert, dass die polnische Seite wenig Interesse zeige, die Vereinbarung zum grenzüberschreitenden Verkehr umzusetzen. Zuversichtlich sieht er der Öffnung der Übergänge Garz (auf Usedom) und Hintersee (Kreis Uecker-Randow) in diesem Jahr entgegen: für Fußgänger, Radfahrer, Busse.

Was war geschehen in diesen 10 Jahren?
Fortsetzung folgt.

Dezember 20, 2007

Minister eröffnet Sackgasse

Heute war es soweit. Minister Dr. Ebnet eröffnete feierlich die Sackgasse bei Hintersee, mitten in den Wäldern der Ueckermünder Heide. Einige Kameras waren dem Minister gefolgt, ein Vizemarschal aus der polnischen Woiwodschaft war angereist und alle standen sie vor dem Drappierband, dass auch nach Freitag noch die Durchfahrt für den PKW-Verkehr verhindern soll. Ganz schön viel Aufwand für einen Fahrradweg.

Dezember 16, 2007

Die Grenze die nicht öffnen will

Wenn in der Nacht vom 20. zum 21. Dezember an der Grenze zwischen Deutschland und Polen die Kontrollen fallen, also, ab Freitag 00:00 MEZ wird Polen Mitglied von “Schengenlandia”, dem auserwählten Klub europäischer Länder, sein. Dann sind die Grenzen endlich offen, überall?

Nein, nicht ganz überall.
Mitten im Wald, irgendwo fast auf der Mitte dieser nur etwa 140km Landgrenze zwischen Deutschland und Polen führen zwei Sackgassen zueinander. Die Landesstrasse in Deutschland, ausgebaut und beschildert führt bei Hintersee im Vorpommerschen bis an die Grenze und die Woiwodschaftstrasse aus Szczecin kommend tut das selbe. Beide Strassen sind vorzüglich ausgebaut, die letzten Meter Asfalt werden am Donnerstag, 20.12. um 11:00 durch den Verkehrsminster Mecklenburg-Vorpommerns Dr. Ebnet dem Verkehr übergeben – bis zur Grenze. Auch in Polen wurde diese Strasse neu asfaltiert, in den vergangenen Wochen neu beschildert, mit Allem was die Strassenverkehrsordnung erfordert, bis zur Grenze.

So sollte nun eigentlich, wenn alle Poliiker feiern, Präsidenten, Kanzler und Premiers feierlich gemeinsam über Grenzen schreiten, also um 00:00 Uhr am 21.12. auch hier der Verkehr rollen. Eingeschränkt vielleicht auf 3,5 to, so sagte es der Eggesiner Bürgermeister, so liest man es heute in der regionalen Tageszeitung, aber so wird es nicht sein.

D r. Ebnet wird eine Sackgasse eröffnen, in der man nur per pedes oder Rad weiter kommt. In Polen steht schon seit Tagen das Sackgassenschild und deklariert diese Strasse zum breitesten Fahrradweg Pommerns. Warum nur das?

Weil trotz aller Beteuerungen über die doch ach so gute Zusammenarbeit zwischen der “deutschen Seite” und der “polnischen Seite” niemand mit Polens Beitritt in das Schengenland gerechnet hat? So scheint es, denn niemand hat daran gedacht, rechtzeitig die notwendige Umweltverträglichkeitsprüfung durchzuführen. Niemand hat die Bauarbeiten koordiniert oder gar abgesprochen, so dass die letzten Meter einfach noch heute unter einem grossen Sandhaufen beerdigt sind. Niemand scheint auch nur die Idee gehabt zu haben, dass hier, mitten im pommerschen Wald, seit 1991 Menschen darauf warten, eine Strasse zu benutzen, die bis 1945 Stettiner Landstrasse hiess und von Ueckermünde über Ahlbeck und Hintersee bis in die Grossstadt Stettin führte. Niemand zumindest der Verantwortung trägt und Entscheidungsgewalt hat.

Bürgermeister, Landräte, Menschen aus den Orten der Umgebung stehen Kopf schüttelnd mitten im Wald und verstehen die Welt nicht mehr. Doch noch sind es einige Stunden bis zum 21.12. 2007 00:00Uhr.