Januar 11, 2008...12:27

Grenzwege – Wege die keiner mehr ging

Zu den Kommentaren

Seit dem 21.12.2007 ist es Tatsache, zu Fuss, per Rad und manchen Orts auch mit dem Motorrad und mit dem Auto können wir diese Grenze überall überschreiten. Es soll ja Leute geben, die daraus schon fast einen Sport machen, so wie in Nowe Warpno, wo am 21. Dezember der Stacheldraht von der Brücke nach Rieth geräumt wurde. Was aber ist mit all den anderen Wegen, denen, die keiner kennt? Sie sind in Vergessenheit geraten in den 60 Jahren, die sie zerschnitten waren. Und doch lassen sich viele dieser Wege, die einstmals Dörfer und Orte miteinander verbanden, auch heute noch erkennen. Es scheint also an der Zeit, diese Wege wieder zu beleben, sie nutzbar zu machen und damit auch die Dörfer links und rechts der Grenze wieder ein Stück zusammenzubringen.

Die bekanntesten sind natürlich die Wege von Bobolin nach Schwennenz und von Buk nach Blankensee. Hier durften wir auch in den vergangenen Jahren als Radler oder Fussgänger hinüber, aber unsere Gäste aus anderen Gegenden Polens nicht. Hier scheint es ganz einfach die Wälle und Gräben zuzuschütten, wie es bei Blankensee bereits geschehen ist. Und vielleicht ist es auch angebracht, gerade diese Strecken jetzt für den Autoverkehr zu öffnen. Zumal für die Buker und Dobraer der Blankenseer Untersee die nächste Badestelle ist, viel näher als z.B. Glebokie.

Auch in Stolec, dem Eingang zum Naturschutzgebiet Swidwie, sollte man darüber nachdenken den alten Bahndamm, der einst den Ort mit Glashütte verband, wieder zum Wanderweg werden zu lassen, auch wenn auf der deutschen Seite der Wald in den vergangenen Jahren in private Hände gefallen ist.

Oder  der kleine Waldweg, der fast gegenüber dem Parkplatz an der Strecke Stolec – Lubieszyn Richtung Grenze abbiegt. Er hat auf der deutschen Seite seine Fortsetzung, die über Hohenfelde bis ins deutsche Bismark führt. Oder hinter den Häusern von Buk, dort führt ein kleiner Weg an die Grenze und auf der deutschen Seite geht er als Feldweg weiter bis nach Plöwen, einem weiteren Badesee mit einem von der Euroregion geförderten Jugendbegegnungszentrum.

Und es gäbe noch viele weitere Wege aufzuzählen, die einstmals existierten. Von Doluje nach Grenzdorf, von Koscino nach Grambow, von Warnik nach Ladenthin, oder von Barnislaw nach Pomellen, von Kamieniec nach Mescherin ins Untere Odertal und nicht zuletzt von Nowe Warpno nach Rieth.

Überall da, wo es Wege gibt, die einst von der Grenze zerschnitten wurden, macht es Sinn, diese wieder herzustellen. Schliesslich ist das auch eine Verpflichtung des Schengener Abkommens. Umso unverständlicher scheint es, dass im Eifer des Abbaus der Grenzanlagen auch die kleine Betonbrücke bei Mysliborz mit abgebaut wurde. Führte sie doch über den Grenzgraben und als Waldweg weiter nach Hintersee und Rieth, eine Strecke, wie geschaffen für einen wunderschönen Fahrradausflug.

Eine Antwort schreiben